RHEINGAUER HANDKÄS´ PICKNICK mit MUSIK

Aktualisiert: 15. Juni

Am Sonntag, 17. Juli 2022, findet ab 11:00 Uhr zum ersten Mal unser Handkäs´ Picknick mit Musik in unserem herrlichen Garten statt.

An dieser Stelle erfahren Sie Skurriles und Wissenswertes rund um das Hessische Kulturgut.

Was es alles auf dem anstehenden Event am 17. Juli zu erleben und genießen gibt.. ist unter der Rubrik EVENTS zu finden.









Warum für die Ankermühle Handkäs´ ein Thema ist

Die Tradition dieses typischen hessischen Gerichtes „Handkäs´mit Musik“ (in anderen Teilen Deutschlands als „Harzer Roller“ ohne Musik bekannt) ist eine lange Geschichte.


Bereits um 1813 wurde Handkäse zum ersten Mal erwähnt und es handelte sich um handgeformte Käseleibchen aus Sauermilchquark, die meist von Landfrauen hergestellt wurden. Diese Käseleibchen werden natürlich schon seit langer Zeit maschinell in Form gebracht und sind von der Rezeptur nahezu unverändert. Das große Gut dieses goldgelben Käsegenusses beruht vor allem auf der Tatsache, dass hier der fettärmste Käse der Welt auf den Tisch kommt und die Kombination mit der Musik (Öl, Essig, Wasser, Zwiebeln, Salz, Pfeffer) zumindest für viele Hessen sehr schmackhaft ist.

Die Ankermühle fühlt sich verpflichtet, diesem Käsegericht die Ehre zu erweisen und auf einem „Handkäs-Picknick“ verschiedene Variationen und ein Rahmenprogramm anzubieten. Neben dem dazu meist servierten Apfelwein gibt es natürlich auch Rheingauer Riesling, der nicht weniger zu diesem deftigem Gericht passt. Eine runde Sache also und es bleibt spannend, was die Ankermühle so geplant hat. Im Handkäs-Blog auf unserer Seite wird es nun wöchentliche Kurzgeschichten über Handkäs´ geben. Der Appetit und das Interesse sollten somit stetig für das geplante Event am 17.07.2022 gesteigert werden.

HeyHoHandKäs!


Historisches zum Thema Handkäs´

Die Hand geformte, geknetete und zu Laibchen geformte Quarkmasse, gab dem Handkäs´ seinen Namen. Von 1850 bis 1914 fand die Produktion fast ausschließlich im Großraum Groß-Gerau statt, wo mehr als 25 Betriebe die Produktion aufnahmen. Der Verkauf erfolgte, neben dem Privatverkauf und kleinen Märkten der Region, auch auf dem großen Mainzer Wochenmarkt, auf dem sich auch der Name „Mainzer Käse“ etablieren konnte und der durch die Erfindung der Handkäs´-Formmaschine von 1893 (von Peter Traiser II aus Groß-Gerau) für den Verkauf nur noch maschinell hergestellt wurde.

Angeblich soll der Rüsselsheimer Automobil-Firmengründer Adam Opel Handkäse als Leibspeise benannt haben. Vielleicht war das der Startschuss, das sich 1890 mit dem Bau des ersten Käsehauses in Rüsselsheim die größte Fabrikation der runden gelben Käsetaler entwickelte. In den Hochzeiten wurden bis zu 250.000 Stück produziert und sogar per Schiff u.a. nach Amerika exportiert. Dazu wurde der Handkäse in Holzkisten verpackt, die in der eigenen Schreinerei gefertigt wurden.

Mitte der 80er Jahre endete die Produktion, da kein Nachfolger als Betreiber gefunden werden konnte. Hier s.o. eine Umverpackung der 60er/70er Jahre.


Aktuell gibt es in Hessen nur noch 3 größere Hersteller. Die Käserei Horst in Groß-Gerau ist die Älteste und für die 3 Käsereien in Hüttenberg- Hochelheim investiert das Land Hessen 2022 sogar einige Millionen für einen geplanten Neubau mit Labor, Büros und einer neuen Produktionshalle in Langgöns. Die Zukunft der hessischen Handkäs´-Produktion sollte also gesichert sein.

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